Buchbewertung

Die Besucherin

Joy Fieldings "Die Besucherin" ist ein gelungener psychologischer Thriller, der mit einem unscheinbaren Krankenhaussetting beginnt und nach und nach ein dichtes Netz aus Misstrauen, Lügen und unterschwelliger Bedrohung spinnt. Die Prämisse — eine Frau, die zufällig auf eine vermeintliche Mörderin trifft — sorgt von Anfang an für Spannung. Fielding schafft es, die Atmosphäre klinischer Kühle mit persönlicher Betroffenheit zu verbinden; die Charaktere wirken größtenteils glaubwürdig, besonders die verunsicherte Linda und die rätselhafte Jenny, deren Offenheit zugleich abstoßend und faszinierend ist.

Stärken:
• Starker, fesselnder Anfang und konsequente Steigerung der Spannung.
• Psychologisches Spiel mit Misstrauen und Manipulation funktioniert gut.
• Dichte, oft beklemmende Atmosphäre; gute Figurenkonstellationen.

Schwächen:
• Teilweise vorhersehbare Wendungen und gelegentliche Längen in der Mitte.
• Manche Nebenfiguren bleiben blasser als nötig, vor allem gegenüber der zentralen Konfrontation.

Fazit: Wer psychologische Spannung und ein leises, aber stetig zunehmendes Gefühl der Bedrohung mag, wird hier gut unterhalten. Das Buch ist zwar nicht völlig unvorhersehbar, überzeugt aber durch Atmosphäre und Figurenkonstellation.

Bewertung:  ⭐️⭐️⭐️⭐️◻️

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